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Warum junge Unternehmen sich so früh wie möglich mit dem Thema Personalwesen auseinandersetzen sollten

  • Autorenbild: Axel Menzel
    Axel Menzel
  • 25. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Schnelligkeit, Pragmatismus und kluge Personalentscheidungen vom ersten Tag an


The early days of a company: fast decisions and creative chaos. Illustrative image – AI-generated.

Ein Unternehmen aufzubauen ist aufregend!


Sie arbeiten schnell, testen Ideen, entwickeln ein MVP, sprechen mit Kunden und iterieren ständig – oft mit begrenztem Budget, wenig Zeit und einem hohen Maß an Unsicherheit.


Was die meisten jungen Unternehmen noch nicht haben:

  • eine starke Arbeitgebermarke

  • interne HR-Expertise

  • klare Personalstrukturen

  • Reserveressourcen für Fehler


Und dennoch stehen Gründer schon sehr früh vor einer unausweichlichen Frage:

Wie gewinne ich die richtigen Leute für mein Team – schnell, legal und ohne dabei viel Geld zu verbrennen?

Genau hier wird die Personalentwicklung oft aufgeschoben. Und genau hier werden auch einige der teuersten Fehler in der Anfangsphase begangen.



Die Realität in der Anfangsphase: viele Ideen, wenige Ressourcen


Die meisten Gründer agieren in der ersten Phase unter den gleichen Bedingungen:


  • begrenzte finanzielle Reichweite

  • unklare Arbeitslastentwicklung

  • sich rasch ändernde Prioritäten

  • Druck, schnell zu liefern und zu skalieren

  • keine Marktsichtbarkeit als Arbeitgeber


Gleichzeitig ist dringend Unterstützung erforderlich:


  • um das MVP zu erstellen oder zu verfeinern

  • um Vertrieb, Operations oder die Logistik zu skalieren

  • um Fähigkeiten abzudecken, die das Gründerteam nicht besitzt

  • schnell auf Chancen reagieren


Die eigentliche Herausforderung besteht nicht darin, ob Unterstützung benötigt wird, sondern darin, wie diese so strukturiert werden kann, dass sie flexibel, regelkonform und skalierbar bleibt.



Der Support-Dschungel: Hier bleiben viele Gründer stecken


In der Anfangsphase sehen sich Gründer mit einer verwirrenden Auswahl an Optionen konfrontiert:

  • Freiberufler

  • Auftragnehmer / Dienstleister

  • Festangestellte

  • Praktikanten

  • arbeitende Studenten

  • befristete Anstellungen

  • projektbezogene Arbeit

Auf dem Papier wirkt alles agil. In der Realität hat jedes Modell jedoch rechtliche, finanzielle und betriebliche Konsequenzen.

Typische Fragen in der Frühphase:

  • Was ist erlaubt – und was birgt Risiken?

  • Was schafft Flexibilität – und was führt zu langfristigen Verbindlichkeiten?

  • Was passt zu meiner aktuellen Phase – und was blockiert mich später?


Hier geht es nicht um Personalbürokratie. Es geht darum, die richtigen strukturellen Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt zu treffen.



Eine Idee, viele Länder: Warum internationales Wachstum frühzeitig Komplexität mit sich bringt


Personalwesen ist niemals universell – es wird immer von lokalen Regeln, Praktiken und Erwartungen geprägt.


Viele junge Unternehmen expandieren schneller international als erwartet: durch die Einstellung von Remote-Talenten, die Zusammenarbeit mit internationalen Freiberuflern oder die Eröffnung ihrer ersten Niederlassung im Ausland.


Was oft unterschätzt wird, ist, dass Entscheidungen, die Personen betreffen, von Land zu Land sehr unterschiedlich geregelt sind. Dies wirkt sich unter anderem auf Folgendes aus:

  • Beschäftigungsklassifizierung

  • Sozialversicherungs- und Steuerpflichten

  • Risiken zwischen Auftragnehmer und Angestellter

  • Kündigungsregeln

  • Dokumentations- und Berichtspflichten


Eine Konfiguration, die in einem Land einwandfrei funktioniert, kann in einem anderen Land ein hohes Risiko darstellen oder sogar gegen geltende Vorschriften verstoßen.

Gerade in der Frühphase konzentrieren sich Gründer oft auf Geschwindigkeit und gehen davon aus, dass sie „Probleme später beheben können“. In Wirklichkeit führen frühe Personalentscheidungen häufig zu Strukturen, die schwer und kostspielig wieder aufzulösen sind.


Frühe Unterstützung durch die Personalabteilung hilft Gründern, eine entscheidende Frage zu beantworten:

Wie können wir schnell und flexibel bleiben, während wir in unterschiedlichen rechtlichen und regulatorischen Umfeldern agieren?

Ziel ist es nicht, Strukturen zu früh zu überkonstruieren, sondern Modelle zu wählen, die sich mit dem internationalen Wachstum des Unternehmens anpassen lassen.



In der Anfangsphase geht es nicht um Richtlinien, sondern um Entscheidungen.


Um es ganz klar zu sagen:

Im Personalwesen der unternehmerischen Anfangsphase geht es nicht um Handbücher, komplexe Prozesse oder schwerfällige Strukturen.

Es geht um:

  • das richtige Engagement-Modell auswählen

  • Erwartungen von Anfang an klar definieren

  • Vermeidung falscher Selbstständigkeitsrisiken

  • pragmatische Rollenstrukturierung

  • Flexibilität wahren und gleichzeitig die Konformität sicherstellen


In dieser Phase wird die Personalabteilung zu einer Entscheidungshilfe für die Gründer – und nicht zu einer administrativen Ebene.



Typische Fehler im Personalwesen zu Beginn – und warum sie später schaden


Viele Probleme im Frühstadium folgen ähnlichen Mustern:


  • Freiberufler werden wie Angestellte behandelt → Risiko der Umklassifizierung

  • Schnelle Einstellung ohne klare Rollenbeschreibung → Frustration auf beiden Seiten

  • Unterdurchschnittliche Vergütung ohne Transparenz → stillschweigender Rückzug

  • Fehlende Dokumentation → Probleme mit Investoren, Audits oder Behörden

  • Vermischung von Freundschaft und Arbeit → Konflikte bei sich ändernden Erwartungen


Diese Fehler passieren selten aus Fahrlässigkeit. Sie passieren, weil Komplexität nicht in pragmatische Entscheidungen umgesetzt wird.



Employer Branding beginnt früher, als die meisten Gründer denken.


Viele Gründer verbinden Employer Branding mit Folgendem:


  • große Budgets

  • Schicke Karriereseiten

  • Social-Media-Kampagnen


In Wirklichkeit ist Employer Branding in den frühen Phasen meist unsichtbar – aber hochwirksam.

Es beginnt mit:


  • wie du über deine Idee sprichst

  • wie klar die Rollen definiert sind

  • wie transparent die Erwartungen sind

  • wie sich eine faire und verlässliche Zusammenarbeit anfühlt


Auch ohne Markenbekanntheit senden junge Unternehmen starke Signale aus durch:


  • Klarheit der Kommunikation

  • Übereinstimmung zwischen Versprechen und Realität

  • Respekt vor der Zeit und dem Beitrag anderer.


Wichtig zu beachten:

Frühe Mitarbeiter sind nicht nur Ressourcen. Sie sind Multiplikatoren Ihres Rufs – lange bevor Ihr Unternehmen bekannt ist.


Wie pragmatische HR-Unterstützung in der Anfangsphase wirklich aussieht


Eine gute HR-Unterstützung in der Frühphase konzentriert sich auf eine minimal funktionsfähige Struktur, nicht auf Perfektion. Das könnte bedeuten:


  • schlanke Rollenbeschreibungen statt vollständiger Stellenarchitekturen

  • Klare Auftragnehmerverträge statt überstürzter Einstellungen

  • einen Einstellungsplan anstelle von Ad-hoc-Entscheidungen

  • Länderspezifische Rechtsprüfungen statt Annahmen


Weniger Papierkram. Mehr Klarheit.


Ziel ist es, Geschwindigkeit zu ermöglichen – und nicht, Gründer auszubremsen.



Personalwesen als Wachstumstreiber – nicht als Kostenfaktor


Wenn es richtig gemacht wird, frühzeitige Unterstützung durch die Personalabteilung:


  • beschleunigt die Entscheidungsfindung

  • verhindert teure Korrekturen später

  • schafft Vertrauen bei den ersten Mitarbeitern

  • bereitet das Unternehmen auf Skalierung oder Investitionen vor.

  • Erhält strategische Optionen offen


Im Personalwesen geht es in der Anfangsphase nicht um Kontrolle. Es geht darum, Stabilität in einem Umfeld voller Unsicherheit zu schaffen.

In der Frühphase der Personalarbeit geht es nicht darum, eine Abteilung aufzubauen. Es geht darum, Klarheit zu schaffen.

Insbesondere dann, wenn es vor allem auf Schnelligkeit, Pragmatismus und Kosteneffizienz ankommt.


Sich frühzeitig mit HR auseinanderzusetzen bedeutet nicht, die Komplexität zu erhöhen. Es bedeutet, intelligentere Personalentscheidungen zu treffen, bevor die Komplexität einen einholt.



Sie sind sich nicht sicher, wie die „richtige“ HR-Konfiguration für Ihre Phase aussieht?


Es gibt keine Universallösung – aber für jede Phase gibt es sinnvolle Alternativen.

Wenn Sie einen erfahrenen Sparringspartner im Personalwesen suchen, der sich mit Geschwindigkeit, Einschränkungen und der DACH-Landschaft auskennt, dann lassen Sie uns sprechen.


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